Ziviler Wiederaufbau und Entwicklung

Deutschland und Afghanistan sind zwei Länder mit ganz unterschiedlicher Prägung, und doch pflegen sie seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts enge Beziehungen. Ein wichtiges Element des deutschen Engagements in Afghanistan ist die Deutsche Zusammenarbeit. Einen Überblick zur deutschen Unterstützung für den zivilen Wiederaufbau und die Entwicklung in Afghanistan geben Ihnen die folgenden Seiten.

Die internationale Staatengemeinschaft hat ihr Engagement in Afghanistan im Jahr 2010 während der internationalen Afghanistan-Konferenzen in London und Kabul neu justiert. Gleichzeitig hat die Bundesregierung ihre Unterstützung für den zivilen Wiederaufbau und die Entwicklung in Afghanistan erheblich intensiviert, insbesondere in den Provinzen Nord-Afghanistans. Deutschland unterstützt Afghanistan darin, die Armut zu bekämpfen, die Regierungsführung zu verbessern und damit die Basis für nachhaltige Stabilität und menschliche Sicherheit zu schaffen.

Insgesamt sind mehr als 1.606 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa 125 deutsche und internationale Expertinnen und Experten (Stand Januar 2016), für die Durchführungsorganisationen der Bundesregierung in Afghanistan tätig. Das Ziel der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan ist es, die Fähigkeiten und Kompetenzen der Afghaninnen und Afghanen soweit zu fördern, dass diese die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung ihres Landes selbstständig voranbringen können.

 


Strategie

Afghanistan soll am Ende der sogenannten Transformationsdekade im Jahr 2024, nach tiefgreifenden Veränderungsprozessen den Zustand eines ‚normalen Entwicklungslands‘ erreichen. D.h. Afghanistan ist zwar nach wie vor auf weitreichende ausländische Unterstützung angewiesen, aber in der Lage, sein Budget und die Sicherheitskosten weitgehend selber zutragen. . Die deutsch-afghanische Entwicklungszusammenarbeit trägt zur Entwicklung und Stabilisierung des Landes bei; sie begleitet Afghanistan dabei, einen Staat aufzubauen, der von seinen Bürgern als legitimer Vertreter ihrer Interessen und Dienstleister ihrer Grundbedürfnisse anerkannt wird. Die internationale Gebergemeinschaft unterstützt das Land auf diesem Weg in die Eigenständigkeit und beobachtet die Reformprozesse sowie die Erreichung der vereinbarten Ziele.

Die internationale Gemeinschaft hat Afghanistan bei der Tokio-Konferenz 2012 die Fortsetzung des zivilen Engagements bis 2024 zugesagt. Deutschland will den Umfang seiner zivilen Unterstützung (bis zu 430 Mio. € p.a) zunächst bis 2016 fortsetzen. Die Höhe der Zusagen hängt von der Umsetzung der Reformzusagen der afghanischen Regierung insbesondere in den Bereichen Menschen- und Frauenrechte, Förderung der Rechtsstaatlichkeit und Bekämpfung der Korruption ab. Auf der AFG-Konferenz am 3./4.12.2014 in London hat Präsident Ghani die Grundzüge eines ambitionierten Reformprogramms vorgestellt und die internationale Gemeinschaft ihre Unterstützung für Afghanistan bekräftigt. Zwischen den zweijährig stattfindenden Geberkonferenzen findet jeweils das sogenannte Senior Officials Meeting (SOM) statt. Beim SOM am 5. September 2015 berichtete die afghanische Regierung über den bisherigen Umsetzungsstand der von ihr angekündigten Reformen und wurden mit der internationalen Gemeinschaft neue Reformen vereinbart, an denen sich die afghanische Regierung in den nächsten Jahren wird messen lassen. Die beim SOM getroffenen Reformvereinbarungen wurden nachfolgend in eine politische Rahmenvereinbarung, das Self-reliance through Mutual Accountability Framework (SMAF) überführt. Die nächste für Afghanistan maßgebliche Konferenz wird in Brüssel am 03.Oktober 2016 stattfinden.
 

Folgende Aspekte stehen in Absprache mit der Gebergemeinschaft im Fokus der Afghanistanpolitik der Bundesrepublik:

  • Arbeitsplätze als Perspektive gegen Extremismus
    Jährlich drängen etwa 400.000 junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. Beschäftigungsförderung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sollen diesen Menschen eine Zukunft in Lohn und Brot bieten.

  • Zukunft durch Bildung und Ausbildung
    Grundlage für Beschäftigung und politische Teilhabe ist eine gute Bildung und berufliche Ausbildung. Qualifizierte berufliche Bildung und Grundbildung eröffnen den Menschen bessere Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten.

  • Gerechtigkeit durch gute Regierungsführung
    Leistungsfähige Behörden, Verwaltungen und Institutionen sorgen für Ordnung, sozialen Frieden und Rechtssicherheit. Sie erhalten die Fähigkeiten und das Know-how, um ihren Aufgaben transparent nachkommen, die Korruption bekämpfen und die Rechte der Frauen stärken zu können.

  • Wir bleiben nah bei den Menschen – auch außerhalb der Städte
    Drei Viertel der Afghanen leben im ländlichen Raum, zwei Drittel sind in der Landwirtschaft tätig. Ländliche Gemeinden erhalten schnell wirkende Unterstützung zur Beschäftigungsförderung – sowohl in den Nordprovinzen als auch im Rest des Landes.

  • Fördern und Fordern – mit einer Stimme
    Deutschland und die internationale Gebergemeinschaft stimmen sich in ihrer Unterstützung eng miteinander ab. Das BMZ stellt Afghanistan zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung, wenn es deutliche Fortschritte bei den Menschen- und Frauenrechten, der Rechtsstaatlichkeit und bei der Bekämpfung der Korruption macht.

Die neue Länderstrategie finden Sie hier


Dokumentation der Internationalen Konferenz „Verlässliche Partnerschaft in Zeiten des Umbruchs

Im Rahmen einer zweitägigen internationalen Konferenz präsentierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seine Länderstrategie für die Zusammenarbeit mit Afghanistan für den Zeitraum 2014–2017 und diskutierte diese mit über 230 deutschen, afghanischen und internationalen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

Hier können Sie die Dokumentation der Konferenz herunterladen.


Das deutsche Engagement in Afghanistan

Wie hat sich die Regierungsführung in Afghanistan entwickelt?  Auf welchem Stand ist die innere Sicherheit? Wie werden die Menschenrechte, die Pressefreiheit und die Zivilgesellschaft in Afghanistan geachtet?  Gibt es Anhaltspunkte für eine positive Entwicklung des Landes? Mit allen diesen Fragen befasst sich die Broschüre „Das deutsche Engagement in Afghanistan“ und zieht eine Zwischenbilanz. 

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Karte: Afghanistan und die Nachbarländer

 

First training centre for renewable energy in Afghanistan

Impressionen aus der Projektarbeit

Kurzdokumentationen aus einigen Projekten

Perspektiven schaffen

Unterstützung von Binnenvertriebenen in Afghanistan