Energie als Entwicklungsmotor – auch für den Norden Afghanistans

Innerhalb der afghanischen Bevölkerung gibt es große Unterschiede in der Stromversorgung zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Um auch der Landbevölkerung im Norden Afghanistans einen gesicherten Zugang zu Energie zu ermöglichen, unterstützt die Bundesregierung den Ausbau von netzbasierter Infrastruktur.

Situation

Häufige Stromausfälle gehören zum Alltag der afghanischen Bürgerinnen und Bürger – die Stromversorgung ist in vielen Gegenden zu teuer, instabil oder nicht vorhanden. Viele Städte und Gemeinden benötigen einen Anschluss an das regionale Stromnetz, um das Leben der Menschen zu verbessern. Denn: Der Zugang zu Strom ist eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung und trägt damit maßgeblich zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung bei.

Ziel

Das Vorhaben zielt darauf ab, Bewohnerinnen und Bewohner der nordafghanischen Provinzen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verlässlich mit Energie zu versorgen und somit eine wichtige Grundlage für Wirtschaftswachstum zu schaffen.

Wirkung

Das Vorhaben konzentriert sich auf den Netzausbau, die Anbindung lokaler Netze sowie den Neubau notwendiger Infrastruktur, um die Netzanbindung in Nordafghanistan zu ermöglichen. Durch den Ausbau moderner Übertragungs- und Verteilungsnetze können Haushalte, Unternehmen, Institutionen und Bildungseinrichtungen der an das Netz angeschlossen Ortschaften ihre Energiezufuhr verbessern. Dank des zusätzlichen Baus von Umspannstationen, Stromverteilungsleitungen und Stromanschlüssen konnten darüber hinaus Stromausfälle deutlich reduziert werden, kann die Stabilität und Verlässlichkeit der Energieversorgung gesteigert und können Stromverluste reduziert sowie die Energieeffizienz verbessert werden.

Beratungsdienstleistungen sowie die Durchführung betrieblicher Ausbildungen des nationalen Stromversorgers DABS helfen, Fachkräfte für den Erhalt und die optimale Nutzung der neuen Technologien zu schulen und somit die nachhaltige Energieeffizienz zu steigern. In naher Zukunft ist der Bau einer Umspannstation im Distrikt Khulm geplant. Die Verteilungsnetze in Khulm, Mazar-e Sharif und weiteren Ortschaften entlang der Netzanbindungsleitung werden dabei modernisiert.

Nach der vollständigen Umsetzung aller vorgesehenen Baumaßnahmen können bis zu 70.500 Haushaltsanschlüsse geschaffen werden. Damit können potenziell bis zu 458.100 Personen von der neuen Netzanbindung profitieren. Die Gesamtheit der Infrastrukturmaßnahmen wirkt sich nicht nur positiv auf den Alltag aller Bewohnerinnen und Bewohner aus, sondern kurbelt außerdem das Wirtschaftswachstum der nördlichen Provinzen an – denn auch für Unternehmen kann eine verlässlichere Energiezufuhr gewährleistet werden.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Balkh, Samangan.
Programm:
Netzanbindung nördliche Städte und Gemeinden in Afghanistan (NEPS I und II)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Ministerium für Energie und Wasser Afghanistan bzw. Nationaler Stromversorger Afghanistan (Da Afghanistan Breshna Sherkat, DABS)
Durchführungs-organisationen:
KfW
Provinzen:
Balkh, Samangan
Programmziel:
Bereitstellung einer zuverlässigen und qualitativ angemessenen Elektrizitätsversorgung an bisher unzureichend versorgten Standorten im Norden Afghanistans Gesamtlaufzeit: August 2010 bis Dezember 2019