Entwicklung transparent planen und verwirklichen

Infrastrukturmaßnahmen zur Verbesserung der sozioökonomischen Grundlagen der afghanischen Gesellschaft und Planungsmechanismen für lokale Verwaltungs- und Staatsorgane schaffen

Situation

Die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung im Norden des Landes hat nur eingeschränkten Zugang zu Infrastruktur und staatlichen Dienstleistungen. Dazu gehören Straßen, Brücken, Bewässerung, sauberes Trinkwasser, Hochwasserschutz, Energiezufuhr, Gesundheitsversorgung und Bildung.

Ziel

Die verantwortlichen Provinzverwaltungen in den sechs Nordprovinzen sollen mit Hilfe der Projektunterstützung zukünftig in der Lage sein, Entwicklungsvorhaben eigenständig zu planen, umzusetzen und die Infrastruktur instand zu halten. Dabei sollen sie eigenverantwortlich, transparent und entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung handeln.

Maßnahmen & Wirkung

Im Rahmen der Infrastrukturmaßnahmen wurden Straßen, Flutschutzmauern, Bewässerungskanäle, Stromversorgungsnetze und Schulen gebaut. Beispielsweise befinden sich aktuell zehn Schulen im Bau, zwölf weitere sind vorgesehen. Außerdem wurden rund 116 km Schotterstraßen in den Provinzen Balkh und Badakhshan gebaut oder rehabilitiert. Weitere Baumaßnahmen sind in Planung. Bessere Transportwege erleichtern auch den Zugang zu Bildung und Wirtschaft. Das kurbelt das Wirtschaftswachstum in den Regionen an und erhöht die Lebensqualität der Bevölkerung vor Ort, nicht zuletzt auch deren Zukunftsperspektiven. In Takhars Provinzhauptstadt Taloqan schützen heute 5 km Flutschutzmauern zu beiden Seiten des Flusses die Stadt vor jährlichen Hochwassern. Ein 1,25 km langer Flutschutzwall in der Provinz Baghlan verhindert Überschwemmungen eines Areals von mehr als 300 ha Ackerland. Die außerdem neu gebauten oder wiederhergestellten Bewässerungskanäle von über 77 km Länge in den Provinzen Badakhshan und Baghlan ermöglichen es den Landwirten, ihre Erträge zu steigern. Darüber hinaus sind vier Projekte zum Ausbau des Stromversorgungsnetzes vorgesehen. In Kunduz und Baghlan wird die Stromversorgung für rund 60.000 Personen verbessert.

Infografik: 40km Asphaltstraßen und 120 km SchotterstraßenNeben dem Aufbau der Infrastruktur fördert das Projektteam auch die Weiterbildung von Ministeriumsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern oder Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreten – mittels Managementschulungen, Coachings oder On-the-job-Trainings. Damit kann sichergestellt werden, dass die neu erbaute oder sanierte Infrastruktur auch optimal genutzt und instand gehalten wird. So konnten beispielsweise Ingenieure ihr Wissen über Vermessung in speziellen Kursen vertiefen, sie können so zukünftig Infrastrukturprojekte besser planen.

Mit Hilfe der Projektförderung konnte nicht nur die Lebensqualität der Menschen in den betroffenen Regionen, sondern auch deren Vertrauen in die staatlichen Einrichtungen und gewählten Vertreterinnen und Vertreter gestärkt werden – denn diese waren an den Infrastrukturmaßnahmen beteiligt. So können leistungsfähige, legitime und bürgerorientierte staatliche Strukturen in den Provinzen und Distrikten entstehen und zudem das Wirtschaftswachstum des Landes gestärkt werden.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Badakhshan, Baghlan, Balkh, Kunduz, Samangan, Takhar.
Programm:
Regionaler Infrastrukturentwicklungsfonds (RIDF)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Afghanisches Ministerium für Finanzen
Durchführungs-organisationen:
KfW
Provinzen:
Badakhshan, Baghlan, Balkh, Kunduz, Samangan, Takhar
Programmziel:
Infrastrukturmaßnahmen zur Verbesserung der sozio-ökonomischen Grundlagen der afghanischen Gesellschaft und Planungsmechanismen für lokale Verwaltungs- und Staatsorgane. Gesamtlaufzeit: 2014 – Dezember 2017