Jugend für den Frieden

Um eine friedliche Entwicklung der afghanischen Gesellschaft voranzubringen, die der Bevölkerung Zukunftsperspektiven eröffnen kann, unterstützt die Bundesregierung den Zivilen Friedensdienst in Afghanistan dabei, vorherrschende Gewaltspiralen zu durchbrechen.

Situation

In Afghanistan wächst ein großer Teil der Jugendlichen in einer politisch, ökonomisch und sozial angespannten Situation auf. Jugendliche werden oft Opfer von Gewalt, sie werden manipuliert und dazu angestiftet, selbst Gewalt anzuwenden. Weder zu Hause noch in der Schule lernt ein Großteil der Jugendlichen einen bewussten Umgang mit Konflikten kennen. In manchen Teilen der Gesellschaft wird somit eine Kultur verankert, die eine gewaltsame Austragung von Konflikten begünstigt.

Ziel

Ziel des Programms ist es, die Ausübung von Gewalt zu mindern und eine Friedenskultur zu etablieren, so dass eine friedliche gesellschaftliche Entwicklung im Land stattfinden kann, die besonders jungen Menschen Zukunftsperspektiven eröffnet.

Maßnahmen & Wirkung

Mit der Unterstützung des Zivilen Friedensdienstes konnten afghanische Nichtregierungsorganisationen bereits langfristige Friedensziele mit der Bevölkerung verwirklichen: Über ethnisch-sprachliche Grenzen und über traditionelle Geschlechterrollen hinweg wurden vielerorts Veränderungen angestoßen. Traditionelle Räte (Shuren) haben Methoden der gewaltfreien Konfliktbearbeitung erlernt. So entstanden in ehemaligen Bürgerkriegsgebieten ethnisch gemischte Schulen und Fußballmannschaften. Shuren in den Elendsvierteln von Kabul erkannten außerdem das Recht auf Bildung von Flüchtlings- und Infografik: Über50 junge Männer und Frauen zu Friedensaktivistinnen und -aktivisten ausgebildetStraßenkindern an. So können auch diese Kinder zur Schule gehen. Frauen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, erhalten unter anderem Beratung und Hilfe bei der Unabhängigen Menschenrechtskommission in Afghanistan und dem Frauenhaus in Mazar-e Sharif. Sogenannte Friedenskarawanen von jungen Aktivisten fanden sich zu Dialogforen zusammen, bei denen sie lernten, die leidvollen Erfahrungen und Perspektiven anderer besser zu verstehen. Jugendliche Straftäterinnen und Straftäter nehmen an Reintegrationsprogrammen in Jugendstrafvollzugsanstalten teil und erhalten so eine Perspektive für die Zeit nach dem Gefängnis – abseits von Kriminalität und Extremismus. Ganz besonders junge Menschen profitieren von den Änderungsprozessen und tragen zu einer friedlichen afghanischen Gesellschaft bei. Mittlerweile besuchen Zehntausende Menschen jedes Jahr die Veranstaltungen zum Internationalen Friedenstag am 21. September. Das 2005 mit Unterstützung des ZFD gegründete nationale Friedensnetzwerk vereint 120 afghanische zivilgesellschaftliche Organisationen und verbreitet Friedenskonzepte im kulturellen sowie Bildungsbereich des Landes.

Bei Veranstaltungen, die das Vorhaben unterstützt, werden stets die folgenden Themen angesprochen: Selbstreflexion, kreative Bewältigung von Angst und Wut, Vertrauensbildung, gewaltfreie Kommunikation, konstruktive Kritik, Selbsthilfe und Streitschlichtung. Ziel ist der Frieden zwischen Ethnien, Religionen und sozialen Schichten – über den Dialog der Jugend.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Balkh, Samangan, Takhar, Badakhshan und de Hauptstadt Kabul.
Programm:
Ziviler Friedensdienst (ZFD)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Afghanische Nichtregierungsorganisationen und Regierungsstellen
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Balkh, Samangan, Takhar, Badakhshan, Kabul
Programmziel:
Friedenskonsolidierung auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Gesamtlaufzeit: Seit 2004