Klare Regeln & qualifizierte Fachkräfte für sauberes Trinkwasser

Zugang zu Trinkwasser und ein nachhaltiges Abwassermanagement erfordern insbesondere qualifizierte Fachkräfte vor Ort sowie kompetente und effiziente Institutionen. Aus diesem Grund unterstützt die Bundesregierung Afghanistan bei der Schaffung notwendiger rechtlicher und administrativer Strukturen und effizienter Managementabläufe sowie bei der strategischen Umsetzung politischer Leitlinien.

Situation

Viele Menschen in Afghanistan haben auch heute noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die knappen Wasserressourcen werden zunehmend übernutzt und verschmutzt. Auch die Sanitärversorgung ist unzureichend. Bis auf wenige dezentralisierte Systeme in Kabul, Kunduz und Herat gibt es in Afghanistan keine geordnete Abwasserreinigung bzw. -entsorgung. All das beeinträchtigt die Gesundheit der Bevölkerung. Dabei fehlt es allerdings nicht nur an neuer Infrastruktur, auch die bestehenden Anlagen sind marode. So geht in den vorhandenen Wasserleitungen durch undichte Stellen viel Wasser verloren. Neben der mangelhaften Gesetzeslage, schwachen Institutionen sowie ineffizienten Management- und Rechnungsprozessen fehlt es außerdem an ausreichend qualifiziertem Personal im Bereich Wasserversorgung.

Ziel

Durch die institutionelle, organisatorische und rechtliche Reformierung des Wassersektors verbessern sich die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft in Afghanistan. Ziel ist es, eine sichere sowie ökologisch nachhaltige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie den Erhalt der Wasserressourcen zu garantieren. Eine Voraussetzung dafür ist auch die ökonomische Leistungsfähigkeit und Profitabilität der Wasserversorgungsbetriebe.

Maßnahmen & Wirkung

In Zusammenarbeit mit afghanischen Partnern konnten die Rahmenbedingungen der Wasserwirtschaft in Afghanistan in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Dank der administrativen und technischen Beratung ist die Qualität des Trinkwassers in Afghanistan erheblich gestiegen. Außerdem werden weitaus mehr Haushalte mit sauberem Trinkwasser versorgt. Weitreichende Beratungsleistungen sowie spezialisierte und technisch, finanziell und buchhalterisch ausgerichtete Fortbildungen kamen dem Ministerium für Stadtentwicklung (MUDH), der Gesellschaft für städtische Wasserversorgung und Abwasser (AUWSSC) und städtischen Wasserversorgungsbetrieben zugute. Allein in der AUWSSC und untergeordneten lokalen Wasserversorgungsbetrieben wurden mit Hilfe des Vorhabens seit 2008 rund 1.898 Angestellte aus verschiedenen Abteilungen geschult. Denn: Durch einen effizienteren Betrieb der Wasserversorgungsanlagen und ein betriebswirtschaftlich orientiertes Management kann auch hier Gewinn erwirtschaftet werden, der für die Deckung anfallender Betriebskosten sowie den Ausbau und die Erhaltung der Infrastruktur erforderlich ist.

Die nationale Wasserpolitik sieht die Dezentralisierung des Wassersektors vor: Entscheidungen sollen zukünftig auf Provinzebene getroffen werden, nicht allein auf Ministerialebene in der Hauptstadt Kabul. In diesem Zusammenhang unterstützt das Vorhaben afghanische Institutionen darin, die Wasserpolitik optimal umzusetzen. Das betrifft unter anderem die Unterstützung bei der Erstellung von wasserwirtschaftlichen Rahmenplänen – national und regional.

Um den Erhalt vorhandener Wasserressourcen außerdem langfristig zu gewährleisten, wurden vielerorts Beobachtungsmethoden für den Grundwasserstand eingeführt. Beispielsweise werden nun in der Hauptstadt Kabul regelmäßig Daten erhoben und ausgewertet. Im afghanischen Wasserministerium wurden zudem Hydrogeologen geschult, Wasserschutzgebiete festzulegen und erste Schutzmaßnahmen umzusetzen. Und um die Wasserqualität durchgehend zu überprüfen, hat das Vorhaben den Bau eines Trinkwasserlabors beim Kabuler Wasserversorger angestoßen.

Darüber hinaus wurde mit Hilfe des Programms eine politische Leitlinie zum Thema nachhaltiges und umweltgerechtes Abwasser- und Trinkwassermanagement entworfen. Erste beispielhafte Abwasseraufbereitungsanlagen wurden diesbezüglich in Herat, Kunduz und Mazar-e Sharif errichtet.
Außerdem unterstützt das Vorhaben in Zusammenarbeit mit der KfW  die beiden maßgeblichen Akteure im afghanischen Abwasserbereich – das MUDH und AUWSSC – bei der Entwicklung eines übergeordneten Plans zum Management von Abwasser und Regenwasser für die Stadt Kabul.

Übersicht

Engagement in den Provinzen Balkh, Herat und Kabul.
Programm:
Programm zur Verbesserung der Wasserversorgung (WSIP)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Wirtschaftsministerium Afghanistan
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Balkh, Herat, Kabul
Programmziel:
Institutionelle, organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige städtische Wasserwirtschaft in Afghanistan verbessern Gesamtlaufzeit: Januar 2014 – Dezember 2017