Bessere Wasserversorgung für Kabul

In Afghanistan sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang nur rund ein Drittel der städtischen und fünf Prozent der ländlichen Bevölkerung an eine geregelte Trinkwasserversorgung angeschlossen. Das städtische Wasserwerk in Kabul verwaltet rund 60.800 Haushaltsanschlüsse. Die vorhandene Infrastruktur ist zudem mangelhaft: Wasserleitungen, Pumpstationen und Wasserreservoirs sind, sofern vorhanden, oft marode, durch undichte Stellen gehen etwa 30 Prozent des Wassers verloren.

Situation

Viele Menschen in Kabul beziehen ihr Wasser aus Schacht- und Bohrbrunnen oder kaufen es von Tankwagen. Das Trinkwasser aus den Tanklastern ist jedoch teuer, so dass es sich viele Familien nicht leisten können. Viele müssen daher verschmutztes Oberflächenwasser nutzen.

Grundwasser und Oberflächengewässer sind teils stark verschmutzt. Ursache dafür ist unter anderem die schlechte Abwasserentsorgung. Nur etwa acht Prozent der Bevölkerung Kabuls sind an eine Abwasserentsorgung angeschlossen. In vielen Städten wird ein Teil der Abwässer unbehandelt in Flüsse geleitet. Ein großer Teil versickert und verschmutzt so das Grundwasser.

Die ungeregelte Wasserver- und Abwasserentsorgung bedeutet, dass die Menschen in Kabul einem ständigen Gesundheitsrisiko durch verschmutztes Wasser ausgesetzt sind. Verunreinigtes Trinkwasser ist häufig die Ursache von Durchfall, Cholera und Typhus.

Ziel

Für mehr Menschen in Kabul steht genug sauberes Trinkwasser zuverlässig zur Verfügung. Eine höhere Anzahl der Haushalte ist an das Trinkwasserversorgungssystem angeschlossen. Die Stadt Kabul verfügt über eine Strategie mit einem nachhaltigen Konzept für eine verbesserte Abwasserentsorgung und Entwässerung.

Maßnahmen & Wirkung

Die KfW Entwicklungsbank unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Stadt Kabul dabei, die Menschen mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen. Die Maßnahmen werden von dem 2019 gestarteten Generalplan zur Verbesserung der Sanitärversorgung in Kabul ergänzt.

Trinkwasser für Kabul

Neue Hausanschlüsse an das Trinkwassernetz sorgen dafür, dass immer mehr Menschen sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn erhalten. Seit 2007 bekamen rund 4.000 Haushalte einen Wasseranschluss, wodurch rund 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner mit frischem Trinkwasser versorgt werden. Weitere 8.700 Hausanschlüsse sollen entstehen. Um die Haushalte an das Wasserleitungsnetz anschließen zu können, entstanden mehr als 20 neue Brunnen. Aus diesen Brunnen fließen täglich durchschnittlich 54.000 Kubikmeter Wasser in das Versorgungsnetz der Stadt. Erweiterte und erneuerte Pumpstationen befördern Grundwasser aus den Brunnen in Wasservorratsbehälter und von dort in das Netzwerk. Neue Sammel- und Übertragungsleitungen in den Brunnenfeldern, instandgesetzte Wasserspeicher und neue Haupt- und Nebenleitungen im Stadtgebiet sowie zusätzliche Hausanschlüsse sichern die Versorgung und senken die Wasserverluste. Die technischen Verluste konnten so von ungefähr 70 Prozent auf etwa 30 Prozent im Jahr 2019 gesenkt werden. Neben dem BMZ finanzieren auch die Französische Entwicklungsagentur (Agence Française de Développement, AFD) und die US-Behörde für internationale Entwicklung (United States Agency for International Development, USAID) die Verbesserung der Trinkwasserversorgung Kabuls.

Verbesserung der Sanitärversorgung in Kabul

Gemeinsam mit der afghanischen Regierung finanziert die Bundesregierung die Erstellung eines Generalplans zur Abwasserentsorgung und Entwässerung für den Großraum Kabul. Dabei wird der Plan aus dem Jahr 2006 überarbeitet, den aktuellen Anforderungen angepasst und um die Themen Implementierung, Betrieb und Wartung sowie Aufbau der erforderlichen institutionellen Kapazitäten erweitert.

Der Generalplan wird in enger Zusammenarbeit mit der Afghanischen Gesellschaft für die städtische Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (AUWSSC), der Stadtverwaltung von Kabul, dem Ministerium für Stadtentwicklung und der afghanischen Umweltschutzbehörde NEPA erarbeitet. In die Entwicklung des Generalplans fließen die Vorstellungen und Ansprüche aller Interessengruppen ein und stärken so die Eigenverantwortung der beteiligten Institutionen. Der Generalplan enthält unter anderem konkrete Vorschläge für das zukünftige Management von Abwasser, Grauwasser und die Regenwasserableitung in Kabul. Ziel ist die Implementierung eines Konzepts aus einer Kombination angepasster Abwasserentsorgungstechnologien für die einzelnen Stadtteile. Für die Umsetzung ist eine umfassende Koordinierung zwischen afghanischer Regierung und multilateralen Gebern notwendig.

Übersicht

Programm:
Wasserversorgung Kabul; Studie zur Abwasserentsorgung und Entwässerung in Kabul
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Afghanisches Ministerium für Stadtentwicklung und Land (MUDL), Afghanische Gesellschaft für die städtische Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (Afghanistan Urban Water Supply and Sewerage Corporation, AUWSSC)
Durchführungs-organisationen:
KfW Entwicklungsbank
Provinzen:
Kabul
Programmziel:
Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist in Kabul verbessert. Die Stadt Kabul verfügt über einen Masterplan zur Abwasserentsorgung und Entwässerung.
Gesamtlaufzeit:
Water Supply: Juni 2004 – Mai 2022; Abwasserentsorgung: Februar 2020 – Mai 2021