Qualität und Transparenz dank Datenerfassung

Die Bundesregierung unterstützt afghanische Institutionen darin, eigenständig entwicklungspolitische Projektarbeit optimal auszurichten und zu bewerten, qualitative Datenerhebungen und -analysen durchzuführen und dafür notwendige Mechanismen zu erlernen.

Situation

Die entwicklungspolitischen Beiträge der Bundesregierung in Afghanistan werden in beiden Ländern von einer öffentlichen Debatte um den Erfolg des zivilen Engagements begleitet: Diskussionspunkte drehen sich um die Erreichung der angestrebten Ziele und das Verhältnis von Ergebnissen und Mitteleinsatz. Wirkungen und Leistungen der deutsch-afghanischen zivilen Aufbauarbeit sind der afghanischen Öffentlichkeit sowie dem politischen Raum oft nicht ausreichend bekannt. Häufig fehlt es an Fach- und Methodenkenntnis Daten zu erheben und auszuwerten sowie erzielte Wirkungen strategisch zu kommunizieren.

Ziel

Mit Hilfe des Aufbaus von Monitoring- und Evaluierungskompetenzen wird beabsichtigt, eine umfassende Datenerfassung des zivilen Wiederaufbaus zu gewährleisten und deren qualitative und quantitative Auswertung zu ermöglichen. Anhand daraus gezogener Rückschlüsse sollen programmatische Ansätze und Implementierungsstrategien verbessert und so die Entwicklungswirkungen der Maßnahmen weiter gesteigert werden. Gleichzeitig wird die transparente Kommunikation aktueller Entwicklungen gegenüber der Öffentlichkeit sichergestellt.

Maßnahmen & Wirkung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums (MoEc) werden in Datenanalyse und -software geschult, um Daten zukünftig eigenständig analysieren und auswerten zu können – ganz ohne die Unterstützung internationaler Expertinnen und Experten. Gleiches gilt für das so genannte wirkungsorientierte Monitoring (RBM), angelehnt an gängige Weltbank-Formate. Dank fachlicher Weiterbildungen kann Personal des MoEc nun RBM-Systeme selbst entwickeln und umsetzen. Grundsätzlich zielen die Maßnahmen im afghanischen Wirtschaftsministerium auf eine partnerschaftliche Kooperation ab. Hierzu finden regelmäßige Steuerungssitzungen statt, in denen gemeinsame Entscheidungen getroffen werden. Damit wird beim Partner die Eigenverantwortung gestärkt und ein Interesse an der langfristigen Sicherung der Ergebnisse der gemeinsamen Aktivitäten gefördert.

Um die Ergebnisse der deutsch-afghanischen Zusammenarbeit festzuhalten, werden projektbezogene Angaben und Wirkungen mithilfe einer intern betriebenen webbasierten Datenbank, dem sogenannten „Deutschen Development Tracker für Afghanistan“ (kurz: DevTracker), erfasst.

Im DevTracker werden quantitative Daten auf der Ergebnisebene der Maßnahmen (Output-Ebene) gesammelt. Die Datenbank lässt keine direkten Rückschlüsse auf die übergeordneten Entwicklungswirkungen der jeweiligen Maßnahmen zu, ist aber eine wichtige Unterstützung für spätere Wirkungsmessungen sowie Evaluierungen einzelner Vorhaben und des gesamten Afghanistan-Portfolios. Erfasst werden Daten aus über 50 Kategorien in den Bereichen Infrastruktur- und Fortbildungsmaßnahmen. Diese werden auch für die umfassende, transparente und datenbasierte Berichtserstattung gegenüber der afghanischen Öffentlichkeit und der Bundesregierung genutzt.

Um die deutsch-afghanische Zusammenarbeit einem interessierten Publikum zugänglich zu machen, wird eine Vielzahl der von AA und BMZ geförderten Projekten auf der Website http://www.germancooperation-afghanistan.de/ vorgestellt. 

Übersicht

Engagement in allen Provinzen
Programm:
Monitoring, Evaluierung & Kommunikation (MEK)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) & Auswärtiges Amt (AA)
Partner:
Afghanische Ministerien für Wirtschaft (MoEc) und Finanzen (MoF)
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Landesweit
Programmziel:
Kapazitäten in Monitoring und Evaluierung des Wirtschaftsministeriums werden langfristig verbessert, um die datenbasierte Berichterstattung über den Fortschritt nationaler Entwicklungsprojekte zu gewährleisten. Die afghanische Öffentlichkeit sowie Entscheidungsträger in Deutschland und Afghanistan werden über die Erfolge der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan datenbasiert informiert.
Gesamtlaufzeit:
Mai 2013 – Dezember 2020