Qualität und Transparenz für Entwicklungsprojekte

Die Bundesregierung hat seit 2009 mehr als 3,8 Milliarden Euro in die deutsche Zusammenarbeit mit Afghanistan investiert. Dieses zivile Engagement wird in beiden Ländern von einer kritischen öffentlichen Debatte begleitet. Häufig steht dabei die Frage im Raum, ob die Mittel erfolgreich eingesetzt und die angestrebten Ziele erreicht wurden.

Situation

Die Ergebnisse der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan sind in der Öffentlichkeit und bei Entscheidungsträgern in Deutschland und Afghanistan oft nicht ausreichend bekannt.

Eine wirkungsvolle entwicklungspolitische Arbeit braucht eine solide Datenbasis und sie braucht die Unterstützung der Bevölkerung. Dafür müssen kontinuierlich Daten zu Wirkungen von entwicklungspolitischen Maßnahmen erfasst und aufbereitet werden. Für eine transparente Berichterstattung muss die Öffentlichkeit zudem über Ergebnisse und Erfolge informiert werden. Das gilt auch für nationale Entwicklungsprojekte der afghanischen Partner. Das afghanische Wirtschaftsministerium berichtet bislang nicht ausreichend auf der Grundlage belastbarer Daten über die eigenen Entwicklungsprojekte. Der Bedarf an Fach- und Methodenkenntnissen in den Bereichen Monitoring, Evaluierung und Datenanalyse ist weiterhin hoch.

Ziel

Die Maßnahmen und Wirkungen der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan werden erfasst und aufbereitet. Die afghanische Öffentlichkeit, politische Multiplikatoren und Entscheidungsträger in Afghanistan und Deutschland werden mit Hilfe von soliden und geschlechtsspezifischen Daten informiert. Das afghanische Wirtschaftsministerium wird in die Lage versetzt, die nationalen Entwicklungsprojekte anhand eines Monitoringund Evaluierungssystems eigenständig zu dokumentieren, zu bewerten und darüber zu berichten.

Maßnahmen & Wirkung

Die Arbeit des Vorhabens konzentriert sich auf drei Handlungsfelder:

Wirkungen messen

Die Maßnahmen und Wirkungen der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan werden mit Hilfe einer Datenbank erfasst. Im „Deutschen Development Tracker für Afghanistan“ (Dev Tracker) wurden seit 2009 Daten zu über 720 Projekten sowie mehr als 23.000 Leistungen (Outputs) gesammelt. Die Einträge sind in mehr als 50 Kategorien aufgeschlüsselt, beispielsweise Infrastruktur, Finanzleistungen oder Fortbildungsmaßnahmen. Sie dienen als wichtige Unterstützung zur Information der Öffentlichkeit, zur Wirkungsmessung sowie zur Evaluierung einzelner Vorhaben und des gesamten Engagements der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan.

Transparent berichten

Die Daten aus dem DevTracker ermöglichen eine umfassende, transparente und belegbare Berichterstattung gegenüber der Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern in Deutschland und Afghanistan. Ein Ziel der Öffentlichkeitsarbeit in Afghanistan ist es, politische Multiplikatoren aus Medien und Zivilgesellschaft zu erreichen, damit diese die afghanische Bevölkerung über die Erfolge und Anliegen der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan informieren. Seit 2013 haben 1.400 afghanische Journalistinnen und Journalisten an Presseveranstaltungen teilgenommen.

Um die Maßnahmen und Wirkungen der Zusammenarbeit einem interessierten Publikum direkt zugänglich zu machen, werden viele Projekte auf der Website germancooperation-afghanistan.de vorgestellt. Die Website ist auf Dari, Paschtu, Englisch und Deutsch verfügbar und wird fortlaufend aktualisiert. Aktuelle Ergebnisse der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan werden zusätzlich über den Facebook-Kanal „German Cooperation with Afghanistan“ kommuniziert.

Kompetenzen im Wirtschaftsministerium stärken

Das Vorhaben unterstützt das Wirtschaftsministerium bei der Durchführung von fachlichen Weiterbildungen zu den Themen Monitoring, Evaluierung, Datenanalyse und Softwarenutzung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums lernen, projektbezogene Daten künftig ohne die Unterstützung internationaler Expertinnen und Experten zu erheben und auszuwerten. Ein Fokus liegt auf wirkungsorientiertem Monitoring (Resultsbased Monitoring, RBM), das an gängige WeltbankFormate angelehnt ist. RBM ermöglicht eine systematische und kontinuierliche Beobachtung sowie Erfassung von Fortschritten entwicklungspolitischer Vorhaben.

Rund 350 Regierungsmitarbeiterinnen und mitarbeiter haben seit 2013 an Schulungen teilgenommen und sind in der Lage, Monitoringund Evaluierungssysteme selbst zu entwickeln und auf nationaler und Provinzebene einzusetzen. Eine RBM-Datenbank für alle 34 Provinzen Afghanistans wurde eingeführt. Sie enthält Daten zu Budgets, Verortung und Umsetzungsfortschritten nationaler Entwicklungsprojekte. Damit wurde eine belastbare Datenbasis geschaffen, die Entscheidungsträgern der afghanischen Regierung auf nationaler und Provinzebene hilft, Projekte künftig besser zu bewerten, zu planen, zu steuern und zu rechtfertigen.

Alle Maßnahmen im afghanischen Wirtschaftsministerium zielen auf eine partnerschaftliche Kooperation ab. In regelmäßigen Steuerungssitzungen werden gemeinsame Entscheidungen getroffen. Ein Steuerungskomitee entscheidet über den Verlauf der Zusammenarbeit, lenkt und unterstützt die Umsetzung der Entwicklungsprojekte und evaluiert Fortschritte.

Dadurch wird die Eigenverantwortung auf afghanischer Seite gestärkt und das Interesse an der langfristigen Sicherung der Ergebnisse der gemeinsamen Aktivitäten gefördert.

Übersicht

Programm:
Monitoring, Evaluierung und Kommunikation (MEK)
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Auswärtiges Amt (AA)
Partner:
Afghanisches Ministerium für Wirtschaft (MoEc), Afghanisches Ministerium für Finanzen (MoF)
Durchführungs-organisationen:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Provinzen:
Landesweit
Programmziel:
Daten zu Maßnahmen und Wirkungen der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan werden erfasst und aufbereitet. Die Öffentlichkeit sowie Entscheidungsträger werden transparent informiert. Die Monitoring- und Evaluierungskompetenzen des afghanischen Wirtschaftsministeriums werden verbessert.
Gesamtlaufzeit:
Mai 2013 – Dezember 2020