Trinkwasser für Nordafghanistan

Sauberes Trinkwasser ist für die Menschen in Afghanistan ein knappes Gut. Die Versorgung mit sauberem Wasser hat sich verbessert, aber der afghanischen Bevölkerung steht oft nur verschmutztes Trinkwasser zur Verfügung. Cholera, Typhus oder Durchfallerkrankungen sind häufig die Folge.

Situation

Diesem Risiko sind in Afghanistan weite Teile der Bevölkerung ausgesetzt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in Afghanistan bislang nur rund ein Drittel der städtischen Bevölkerung an eine geregelte Trinkwasserversorgung angeschlossen. Auf dem Land sind es sogar nur rund fünf Prozent.

Verschärft wird das Problem durch die schlechte Infrastruktur: Wasserleitungen, Pumpstationen und Wasserreservoirs sind, sofern vorhanden, oft marode. Deshalb geht ein erheblicher Teil des Trinkwassers durch Leckagen verloren.

Viele Menschen beziehen ihr Wasser aus Flüssen, Seen, Bohrbrunnen oder kaufen es von Tankwagen. Das Trinkwasser aus den Tanklastern ist jedoch teuer, so dass es sich viele Familien nicht leisten können.

Sauberes Wasser wird in Afghanistan zunehmend knapp, wodurch die Versorgung der Bevölkerung noch schwieriger wird. Die Menschen nutzen Brunnen und Gewässer zu intensiv. Auch der hohe Verbrauch zur Bewässerung von Feldern trägt dazu bei, die bereits knappen Wasserressourcen zu belasten.

Ziel

In kleinen und mittleren Städten der nördlichen Provinzen steht den Menschen qualitativ hochwertiges Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung. Die Gesundheit der Bevölkerung in Nordafghanistan wird durch die bessere Versorgung mit sauberem Trinkwasser geschützt.

Maßnahmen & Wirkung

Die KfW Entwicklungsbank unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seit 2008 ausgewählte Städte in den nördlichen Provinzen Afghanistans dabei, ihre Trinkwasserversorgung zu verbessern. Im Fokus stehen die Städte Imam Sahib, Balkh- Stadt, Faizabad, Taloqan, Pul-e Khumri, Kunduz, Aliabad, Khanabad, Mazar-e Sharif und Nawabad.

Investitionen in die Infrastruktur

Durch die deutsche Unterstützung ist in den letzten zehn Jahren die Trinkwasserversorgung in den Städten Balkh (Provinz Balkh), Faizabad (Provinz Badakhshan), Iman Sahib (Provinz Kunduz), Pul-e Khumri (Provinz Baghlan), Taloqan (Provinz Takhar) und Mazar-e Sharif (Provinz Balkh) im Norden Afghanistans deutlich besser geworden. Dies ist vor allem Investitionen in die Infrastruktur zu verdanken. In diesen Städten erhielten rund 6.800 Haushalte einen eigenen Wasseranschluss. Mehr als 67.000 Menschen profitieren nun vom Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zusätzlich wurden circa 210 Trinkwasser-Zapfstellen errichtet. Sie stehen etwa 31.500 Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung, die nicht über einen Anschluss an das öffentliche Wassernetz verfügen. Das Wasserleitungsnetz wurde um rund 230 Kilometer erweitert. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Wasserreservoire. Brunnen wurden saniert und elektrifiziert oder neu gebohrt. In Pul-e Khumri wurde eine Pumpstation gebaut und der öffentliche Wasserversorger erhielt ein neues Verwaltungsgebäude.

Die Arbeiten in Nawabad (Provinz Kunduz) mussten aufgrund der Sicherheitslage eingestellt werden.

Weitere Projekte sind in Planung

Das Engagement für eine bessere Wasserversorgung der afghanischen Bevölkerung wird mit dem geplanten Programm „Wasser und Abwasser regionale Zentren“ fortgesetzt. In ausgewählten Städten Afghanistans soll das Trinkwasserangebot erweitert und die Qualität des Wassers verbessert werden. So sollen unter anderem neue Wasserversorgungssysteme entstehen. Darüber hinaus planen die Programmverantwortlichen, dezentrale Systeme zur Entsorgung von Fäkalschlamm und Abwasser aufund auszubauen sowie Pilotprojekte für die Entsorgung von Schlamm und Schmutzwasser durchzuführen.

Übersicht

Programm:
Städtische Wasserversorgung Nordafghanistans; Wasserversorgung nördliche Klein- und Mittelstädte
Auftraggeber:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner:
Afghanisches Ministerium für Stadtentwicklung und Land (MUDL), Afghanische Gesellschaft für die städtische Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (Afghanistan Urban Water Supply and Sewerage Corporation, AUWSSC)
Durchführungs-organisationen:
KfW Entwicklungsbank
Provinzen:
Badakhshan, Baghlan, Balkh, Kunduz, Takhar
Programmziel:
Mehr Menschen in den nördlichen Provinzen haben Zugang zu qualitativ gutem Trinkwasser.
Gesamtlaufzeit:
NC I: Mai 2011 – Dezember 2019; NC II: Mai 2011 – August 2019