Takhar

Die aus 17 Distrikten bestehende, ländlich geprägte Provinz Takhar liegt im Nordosten Afghanistans und grenzt an Tadschikistan. Auf über 12.000 Quadratkilometern leben hier rund eine Million Menschen.

Die Provinz steht vor großen Herausforderungen. Die geografische Abgeschiedenheit einiger Distrikte, schleppendes Wirtschaftswachstum, Armut, fehlende Bildung der ländlichen Bevölkerung sowie eine mancherorts volatile Sicherheitslage behindern Fortschritt und Entwicklung. Fast 90 % der Menschen leben in ländlichen Gebieten. Da einige Distrikte kaum zugänglich sind, sind Bewohnerinnen und Bewohner dort oft auf Pferde und Esel als Transportmittel angewiesen. Schulen und Gesundheitszentren können nur schwer erreicht werden. Naturkatastrophen wie beispielsweise Lawinen oder Fluten treten immer wieder auf. Die Wirtschaft der Provinz basiert zum Großteil auf Dienstleistungen und Landwirtschaft. Agrarprodukte aus der relativ wasserreichen und fruchtbaren Gegend und die Herstellung von Keramik, Schmuck und Teppichen gehören zu den wichtigsten Einnahmequellen der Bevölkerung.

Die deutsche Zusammenarbeit mit Afghanistan ist seit vielen Jahren in Takhar aktiv. Bildung, Förderung der Rechtsstaatlichkeit, Kapazitätsentwicklung regionaler Regierungsorganisationen, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Trinkwasser- und Energieversorgung stehen dabei im Fokus. Mit Hilfe diverser Programme konnten Erfolge erzielt und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessert werden.

Hier erhalten Sie eine Übersicht über die Tätigkeiten der deutschen Zusammenarbeit mit Afghanistan in Takhar.

Im Fokus

Bauen für politische Stabilität Seit dem Ende des Bürgerkriegs in Afghanistan konnten bedeutende Fortschritte im zivilen Wiederaufbau in Nordafghanistan erzielt werden. Bei der Grundversorgung konnten dringend benötigte Angebote in den Bereichen Bildung, Zugang zu Wasser und Gesundheitsversorgung geschaffen werden. Die staatlichen Institutionen sind jedoch nach wie vor kaum in der Lage, der Bevölkerung Basisdienstleistungen und eine öffentliche Fürsorge anzubieten. mehr
Bürgernahe Polizei Für Sicherheit und Ordnung sorgen, Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger sein – diese Aufgaben kann die afghanische Polizei (Afghan National Police – ANP) derzeit nur mit Einschränkungen erfüllen. Erschwert wird die Polizeiarbeit nicht nur durch die angespannte Sicherheitslage in Afghanistan. mehr
Saubere Energie als Treibstoff für Entwicklung Eine geregelte Stromversorgung ist für die meisten Afghaninnen und Afghanen bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Obwohl die afghanische Regierung einen neuen Masterplan für den Stromsektor und eine nationale Strategie für erneuerbare Energien umsetzt, ist nach wie vor nur etwa ein Viertel der Bevölkerung an das Stromnetz angeschlossen. mehr
Entwicklung und Kooperation über Grenzen hinweg Das Leben in den Grenzgebieten von Afghanistan und Pakistan sowie Tadschikistan ist beschwerlich, nicht zuletzt aufgrund der natürlichen Gegebenheiten. Im Nordosten des Landes, an der Grenze zu Tadschikistan und dem nördlichen Teil der Grenze zu Pakistan, prägen Gebirge, Gletscher und Schluchten die Landschaft. Südlich, dem Grenzverlauf nach Pakistan folgend, leben die Menschen in Steppen und Wüsten. Die Temperaturen sind extrem: bittere Kälte im Winter in den Bergen, Hitze im Sommer in den Steppen und Wüsten. mehr
Trinkwasser für Nordafghanistan Sauberes Trinkwasser ist für die Menschen in Afghanistan ein knappes Gut. Die Versorgung mit sauberem Wasser hat sich verbessert, aber der afghanischen Bevölkerung steht oft nur verschmutztes Trinkwasser zur Verfügung. Cholera, Typhus oder Durchfallerkrankungen sind häufig die Folge. mehr
Mehr Stabilität im Norden Afghanistans Im abgelegenen Norden Afghanistans sind die Lebensbedingungen schwierig. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Region leben überwiegend von Landwirtschaft und Tierzucht. Andere Arbeitsmöglichkeiten mit besseren Verdienstchancen gibt es kaum. mehr
Gesundheitsversorgung der afghanischen Bevölkerung verbessern Trotz gestiegener Lebenserwartung ist die Müttersterblichkeit in Afghanistan immer noch hoch. Nach Angaben der Weltbank sterben von 100.000 Gebärenden 396 bei der Entbindung. Ebenso zählt die Kindersterblichkeit in Afghanistan zu den höchsten der Welt. mehr
Rechtssicherheit für Bürgerinnen und Bürger Die afghanische Verfassung, die 2004 verabschiedet wurde, garantiert Männern und Frauen die gleichen Rechte. Dies spiegelt sich auch in den von Afghanistan unterzeichneten internationalen Menschenrechtsabkommen wieder. Obwohl viele neue Gesetze und politische Programme dem Geist der neuen Rechtsordnung entsprechen, kommt deren Umsetzung nur langsam voran. mehr
Nachhaltige Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Das Wirtschaftswachstum in Afghanistan stagniert seit Jahren. Die schwierige Sicherheitslage im Land und die politische Unsicherheit wirken sich negativ auf das Investitionsklima und den Arbeitsmarkt aus. Zahlreiche Rückkehrer und Binnenvertriebene verschärfen die ohnehin angespannte Arbeitsmarktlage zusätzlich. mehr
Governance-Strukturen stärken für eine bessere Infrastruktur Die Lebensbedingungen im Norden Afghanistans sind nach wie vor schlecht. Die Mehrheit der Bevölkerung hat nur eingeschränkten Zugang zu grundlegender Infrastruktur und staatlichen Dienstleistungen. Es fehlt unter anderem an Straßen, Brücken, sauberem Trinkwasser, Bewässerungssystemen für die Landwirtschaft, Energieversorgung, Hochwasserschutz und Schulen. mehr

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